1. Ursachen des 1.Weltkrieges

a) Nationalismus


Aggressiver Nationalismus ist prägend für die Gesellschaft und Politik in allen Großmächten.

GB: Stolz auf das Empire

Frankreich: Stolz auf das Kolonialreich. Der Verlust von Elsass-Lothringen spielte eine gewisse Rolle.

Deutschland: Hat einen aggressiven Nationalismus wegen einer "ungerechten" Aufteilung der Welt. Sie haben Angst vor Einkreisung und ihre Rechtfertigung ist eine Überlegenheit durch ihre wirtschaftliche Stärke.

Russland: Hat den Traum vom Großrussischen Reich. Ihre Rechtfertigung ist der Schutz der "slawischen Brüder."


 

Postkarte, kindliche Kriegsbegeisterung, 1914

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

b) Militarismus

In den Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg gab es zunehmend Spannungen, Militaristische Denkweisen und Mentalitäten. Das Militär bekam immer mehr Einfluss. Es gab Präventivkriegsdenken und den Glauben an die Unvermeidbarkeit des Krieges. Zunehmende internationale Spannungen machten den Krieg wahrscheinlicher.

Außerdem wurde alles dargestellt, als wäre Krieg ein Kinderspiel, wie dieses Bild zeigt:


Schauspielkasten/Spielzeug zum russisch-japanischen Krieg 1904/05

 

 

 

c) Imperialismus


1870 begann der Imperialismus. Wilhelm der I. wurde im Januar 1871 zum deutschen Kaiser, wodurch die 25 Einzelstaaten gefestigt wurden. Deutschland beteiligte sich zuerst nicht am Imperialismus, da es von allen Seiten angreifbar war.

 

1884 erwarb Bismarck widerwillig Togo, Kamerun, Deutsch-Südwestafrika, 1884/85 die Südseekolonien Kaiser-Wilhelms-Land, die Marshall-Inseln und den Bismarck-Archipel. 1885 erwarb Carl Peters, Gründer der "Gesellschaft für deutsche Kolonisation", Deutsch-Ostafrika für das Deutsche Reich.

Großbritannien erwarb sich 20% des Globus (23% der Weltbevölkerung).

Frankreich erwarb sich Madagaskar.

 

Bis 1914 wurde die Welt unter den Kolonialmächten aufgeteilt. Die Völker in den Kolonien waren den Kolonialmächten dabei unwichtig. Es herrschten Unterdrückung, Ausbeutung und Demütigung.

Die Motive waren:

- Vergrößerung der industriellen Produktion

- Suche nach unerschlossenen Märkten

- Suche nach Rohstoffen und Absatzmärkten

- Suche nach neuen Investitionfeldern

- "Sicherheitsventil" für den Bevölkerungsüberschuss im Mutterland

- militärische Stützpunkte zur Absicherung der eigenen Märkte.

Es gab Spannungen, Konflikte und Kriege zwischen den Kolonialmächten. Die USA bekam von Spanien Kuba, Puerto Rico und Guam. für 20Millionen Dollar Entschädigung an Spanien sicherte sich die USA die Philippinen. Sie griffen nur kurzzeitig gegen "widerspenstige" Kolonien militärisch ein. Dies ist ein informeller Imperialismus.

 

1898 gab es die Faschoda Krise. Die Kolonialmächte Frankreich und Großbritannien stießen aufeinander. Frankreich verhinderte in letzter Minute einen Krieg, indem es absprang. Dadurch war der Sudan Britisch.

GB (Großbritannien) und Russland wollten Afghanistan und Persien. Die Briten wollten vor allem ein weiteres Vordringen Russlands in Richtung Indien verhindern.

1897/98 erwarb Russland zwei eisfreie Häfen am chinesischen Meer. Russland musste die Vorherrschaft Japans über Korea anerkennen. Die Briten wurden misstrauisch und vereinigten sich 1902 mit Japan.

Russland wollte Einflussgebiete am Balkan um in der Nähe des Meeres (wegen den Seewegen) sein. GB lehnte dies mit dem Grund die Freiheit der Meere zu wachen ab.

 

Der Zusammenhang

Diese Formen greifen alle wie Zahnräder ineinander.




Der Imperialismus steht für:

  • die Suche nach Absatzmärkten
  • Rohstoffe und Investitionen
  • Ventil für "Bevölkerungsüberschuss"

Darauf steht der Militarismus für den Kampf um seine Kolonien behalten zu können:
  • Rüstungswettlauf, der immer unkontrollierbarer wurde
  • Militaristische Denkweise und Mentalitäten in Europa
  • zunehmende internationale Spannungen

Das wiederum förderte den Nationalismus:
  • bei allen unterschiedlich
  • die einen waren stolz auf ihr Empire, andere auf ihre Kolonien

Die Rechtfertigung für den Krieg war die Überlegenheit der Kultur und Ansprüche auf wirtschaftlicher Stärke.